Fragen & Antworten

FAQ Wohnpsychologie

Was macht ein Wohnpsychologe?
Das Betätigungsfeld ist sehr vielseitig und spannt den Bogen zwischen Emotionen, Bedürfnissen und Erfordernissen auf der einen Seite und der Umsetzung in eine Lebensraumgestaltung auf der anderen Seite. Der Wohnpsychologe schließt die Lücke zwischen den Gestaltern und Verkäufern, weil er gelernt hat die vorhandene Gestaltung zu deuten und die Wünsche und Erfordernisse zu übersetzen. Der Mehrwert liegt in einer schnelleren Entscheidungsfindung und einer Gestaltung, die Antworten auf Fragen der Authentizität gibt. Lebensraumgestaltung kann Menschen krank oder glücklich machen, Leistung hemmen oder fördern, Gesundheit beanspruchen oder stärken, Geschäfte hemmen oder mit Lust entwickeln. Die Verknüpfung von Gestaltungserfahrung und Coaching macht aus Problemen ungewöhnliche, unkomplizierte und vor allem authentische Lösungen für Menschen mit Anspruch.

Welche Bereiche umfasst eine wohnpsychologische Beratung?
Bei Privaten geht es oft um Fragen der Gestaltung und Konzepte in Sachen Licht, Farbe, Raumnutzung, Integration und Beziehungsthemen. Auch Menschen mit psychosomatischen Krankheiten, Depressionen oder Familienthemen und Burn out können viel in ihrer Wohnumgebung gestalten, um die Auswirkungen der Krankheit zu mildern. Zugenommen hat  die Beratungshäufigkeit zum Thema: “welche Wohnung kaufe ich oder wie baue ich mein Haus?“-  wenn es also um Entscheidungen geht, die viel Geld kosten, lange binden und die man richtig machen möchte.

Bei Professionals stehen die gleichen Themen in Raum, aber verbunden mit Fragen nach Effizienz einer Gestaltung. Ein Arzt oder eine Kanzlei braucht Vertrauen, ein Geschäft muss die Kunden und deren Bedürfnisse gut kennen und darauf eingehen können. Bei dieser Umsetzung berate und plane ich und forme umsetzbare Konzepte mit konkreten Material-, Farb- und Produktvorschlägen.

Übernimmt also der Wohnpsychologe die gleiche Arbeit wie Architekten und Designer?
Nein, ich bin keine gestalterische Konkurrenz für Planer, sondern unterstütze eher die Arbeit der professionellen Gestalter und arbeite mit ihnen zusammen. Mein Part dabei ist die Begleitung während des Prozesses, also z.B. die Vorarbeit der Auftragsklärung, die Umsetzung in eine Gestaltung, die mit den Kundenwünschen übereinstimmt und die Beschleunigung der Entscheidungsfindung. Ich sorge dafür, dass der Kunde zufrieden mit dem Ergebnis ist und die Zusammenarbeit mit dem Architekten erleichtert wird. Ich trete also mehr als Moderator, Übersetzer und Katalysator auf, da die Gestaltung ein wertvolles Nebenprodukt ist und kein Selbstzweck. Ich vereinbare den Stil des Architekten mit den Anforderungen des Kunden zum beiderseitigen Vorteil und beleuchte die fehlenden Bereiche.

Ist Wohnpsychologie gleich Feng shui?
Nein, überhaupt nicht. Feng shui hat das Ziel zu harmonisieren und zwar den Raum in sich und in Abhängigkeit zum Geburtsdatum des Bewohners.
Wohnpsychologie sieht zu aller erst den Menschen und erarbeitet mit ihm das, was er als nächsten Schritt seiner Entwicklung braucht, um sich wohl zu fühlen, reifer zu werden oder in seine volle Kraft zu kommen. Weitere Bestrebungen können sein, Beziehungen zu harmonisieren und Krankheit zu lindern und als Person authentisch zu werden.
Das oberste Ziel ist nicht eine trendige Ästhetik, aber sicher fühlen sich meine Kunden wohler und lebendiger als vorher und Geschäfte laufen besser und zwar langfristig. Mit Esoterik hat meine Arbeit nichts zu tun, sondern mit geschultem Einfühlungsvermögen, solider Erfahrung und fundierten psychologischen Kenntnissen, sowie kreativer Intuition.

Wann ist der beste Zeitpunkt um sich mit Wohnpsychologie zu beschäftigen?
Spätestens, wenn Sie daran denken Geld auszugeben, also Geld für Produkte oder für ein Gestaltungskonzept. Am besten aber schon in der Konzeptionsphase, denn oft hat man bereits feste Vorstellungen und vergisst zu hinterfragen, ob man dadurch das Ziel einer Erhöhung der Lebens- oder Arbeitsqualität effizient erreicht. Dazu stelle ich hilfreiche Fragen, die ordnen, bewusst machen und klären.  Komplizierte Dinge einfach machen ist eine meiner Stärken. Ein Kunde sagte einmal nach einer Hausplanung zu mir: „Herr Linke, Sie haben nicht alles so gemacht, was wir uns vorgestellt haben, aber wir haben genau das bekommen, was wir eigentlich wollten.“

Was verrät eine Wohnung über ihre(n) Bewohner und wie tut sie das?
Wie die Kleidung oder mein Auto etwas über mich und meine Einstellung aussagt, ist die Wohnung ein Spiegel für Nähebedürfnis, Sicherheitskonzept und Geborgenheitsträume. Die Material- und Farbauswahl, der Umgang mit Licht und die Auswahl eines Stils verraten viel über den Charakter eines Menschen. Ein Mensch, der viele schwere, massive Möbel in einem kleinen Raum hat, pflegt sicher einen anderen Umgang mit Sicherheit, als einer, der wenige leichte locker aufstellt und viel Freiraum dazwischen lässt.

Wie entscheidend für unsere Lebensqualität ist es, dass unsere Wohnung wie ein Maßanzug „sitzt“ – und wie viel Lebensqualität verschenken viele Menschen, die sich „von der Stange“ einrichten?

Nur unser Glück ist davon abhängig, denn das Zuhause ist der Ort, an dem wir Kraft schöpfen, wir unverstellt sein können und eine Basis bekommen, um das Leben zu meistern. Entscheidend ist, wie bewusst ich die Entscheidungen für die Gestaltung meines Zuhause getroffen habe, also wie ich mir einen Raum angeeignet habe. Das funktioniert selbst bei einer Einrichtung „von der Stange“ oder zum Nulltarif vom Sperrmüll und kann auch im verrücktesten Loft und mit einem feudalen Etat misslingen.

Wie können Farben die Wohnung größer und wohnlicher machen?

Bunte, kräftige Farben machen einen Raum immer kleiner, weil sie ins Auge springen und sich Platz machen. Pastelltöne können die Fernwirkung und damit die Größe des Raums positiv beeinflussen. Besonders eignen sich dafür ein zartes Blau oder helle Grautöne, die wir auch am Horizont sehen können, wenn wir in die Ferne sehen.
Wohnlicher kann jede Farbe sein, die wir mögen und in ihrer Intensität aushalten. Denn Farben können laut oder leise sein und beeinflussen uns nach unseren Erfahrungen.

Worauf muss ich in Bezug auf Farbgestaltung achten?

•    Wieviel Farbe verträgt ein Raum- eine Wand oder nur einen Streifen?
•    Kommt die Wandfarbe noch in anderen Gegenstände vor? Anbindung!
•    Wie ist die persönliche Einstellung und Assoziation zu der gewählten Farbe?
•    Wieviel Gewicht gebe ich den Farben, wieviel Gewicht den unbunten Farben wie weiß oder Erdtönen?
•    Nie mehr als 2-3 Farben pro Raum
•    Farben gliedern den Raum, können lange Räume optisch begrenzen oder erweitern
•    Farben wirken auf mich, ob bewusst oder unbewusst.

 

Meine Bücher

Uwe Linke - Die Psychologie des Wohnens

Meine Wohntests

Test 1 - "Wirklich zuhause?"
Test 2 - "Wie funktioniere ich?"